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HIH Faktenblatt
(September 2012)
Das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH), gegründet von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Eberhard Karls Universität und dem Universitätsklinikum Tübingen, ist als modellhaftes Forschungszentrum im Zusammenspiel öffentlicher Ressourcen und privater Stiftungsmittel konzipiert. Zentrale Aufgabe des Instituts ist es, zum besseren Verständnis von Hirnfunktionen und ihrer Störungen beizutragen und neue Behandlungsstrategien zu entwickeln. Schwerpunkte der Arbeit sind unter anderem die Erforschung von neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson, neurokognitiven Störungen, wie sie etwa aus Schlaganfällen resultieren und Krankheitsmechanismen bei Autoimmunerkrankungen des Nervensystems.
Die wichtigsten Erfolge
Zehn Jahre nach seiner Gründung 2001 befindet sich das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung in Tübingen im Spitzenfeld europäischer Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Neurologie. Herausragende Forschungsergebnisse des HIH sind die Entdeckung eines wichtigen Parkinson-Gens und der Nachweis, wie sich die Alzheimer Erkrankung im Gehirn ausbreitet.
Große Erfolge waren im Jahr 2007 die Aufnahme in die Exzellenzinitiative des Bundes mit dem Antrag auf Einrichtung eines „Center for Integrative Neuroscience (CIN)“ und die Aufnahme in die Demenzinitiative des Bundes als Partnerstandort für das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE).
Die Forscher des HIH veröffentlichen im Schnitt jedes Jahr mehr als 100 Publikationen in internationalen Fachzeitschriften. Seit 2004 werden jährlich mehr als fünf Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben.
Struktur und Organisation
Das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung besteht aus fünf Abteilungen mit 24 Arbeitsgruppen, 13 Professoren und 230 Mitarbeitern.
Die fünf Abteilungen sind:
1. Allgemeine Neurologie mit Schwerpunkt Vaskuläre Erkrankungen
Leiter: Prof. Dr. Ulf Ziemann
Die Abteilung deckt das gesamte Spektrum neurologischer Erkrankungen ab. Inhaltliche Schwerpunkte bilden die Erforschung und Behandlung von Schlaganfällen, Hirntumoren oder Fehlsteuerungen des Immunsystems.
2. Kognitive Neurologie
Leiter: Prof. Dr. Hans-Peter Thier
Die Abteilung untersucht die höheren Hirnfunktionen des Menschen und ihre Störungen durch Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Besonderes Interesse gilt dem Verständnis von Raumwahrnehmung und räumlicher Orientierung und ihrer Modulation durch Aufmerksamkeit, den Mechanismen der sensomotorischen Integration sowie den neuronalen Grundlagen des motorischen Lernens.
3. Neurodegenerative Erkrankungen
Leiter: Prof. Dr. Thomas Gasser
Die Abteilung erforscht die genetischen Faktoren, die für die Entstehung erblicher neurodegenerativer Erkrankungen und Bewegungsstörungen bedeutsam sind. Im Zentrum der Forschung stehen das Parkinson-Syndrom, Dystonien und Ataxien – Erkrankungen, bei denen durch den fortschreitenden Verlust von Nervenzellen Steuerungsfunktionen des Gehirns geschwächt werden oder verloren gehen.
4. Zellbiologie neurologischer Erkrankungen
Leiter: Prof. Dr. Mathias Jucker
Die Abteilung erforscht die Entstehung von Morbus Alzheimer, einer der im Alter am häufigsten auftretenden Demenzen. Untersucht wird, welche zellulären und molekularen Mechanismen dafür verantwortlich sind, dass unser Gehirn altert und möglicherweise dement wird. Die Abteilung trägt mit ihrer Arbeit dazu bei, den Weg zu einer kausalen Alzheimer-Therapie zu ebnen.
5. Neurologie mit Schwerpunkt Epileptologie
Leiter: Prof. Dr. Holger Lerche
Die Abteilung erforscht genetische Ursachen und Krankheitsmechanismen von Epilepsien und anderen anfallartigen neurologischen Erkrankungen. Das Forschungsspektrum reicht von molekularer Grundlagenforschung und der klinisch angewandten Forschung zur Diagnostik bis hin zur Therapie dieser Erkrankungen.
Das HIH versteht sich als ein Reformmodell eines Universitätsinstituts. Die Leiter der fünf Abteilungen bilden paritätisch den Vorstand des Hertie-Instituts. Die klassische Ordinarienstruktur ist aufgehoben und durch ein Department-Modell ersetzt. Ein Pool an Fördermitteln wird gemeinsam verwaltet. Das HIH geht zudem neue Wege in der Nachwuchsförderung und hat Ansätze zur leistungsbezogenen Vergütung der Wissenschaftler eingeführt.
HIH und Universität Tübingen
Durch die Verflechtung des HIH mit der Neurologischen Klinik Tübingen (Universitätsklinikum Tübingen) wurde eine Einrichtung geschaffen, die klinische Hirnforschung, medizinische Behandlung und Ausbildung auf internationalem Spitzenniveau praktiziert.
Die Hertie-Stiftung
zählt mit einem Stiftungskapital von rund 800 Millionen Euro zu den größten privaten Stiftungen Deutschlands. Sie versteht sich als Reformstiftung und möchte mit modellhafter Arbeit in der vorschulischen und schulischen Erziehung, der akademischen Bildung und der Forschung einen Beitrag zur Erneuerung des Landes leisten. Die Hertie-Stiftung ist die größte private Förderinstitution für Hirnforschung in Deutschland und die zweitgrößte in Europa. Am HIH hat die Hertie-Stiftung bisher ca. 30 Millionen Euro investiert.
Weitere Informationen unter: www.hih-tuebingen.de
Pressekontakt:
Silke Jakobi
Leiterin Kommunikation
HIH Hertie-Institut für klinische Hirnforschung
Zentrum für Neurologie, Universitätsklinikum Tübingen
Otfried-Müller-Str. 27
72076 Tübingen
Tel. 07071/29-88800
Fax 07071/29-4796
silke.jakobi(at)medizin.uni-tuebingen.de
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