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Experimentelle Virentherapie maligner Gliome

 

Viren sind als Krankheitserreger bekannt und führen in einigen Fällen sogar zu einer ernsten Gesundheitsbedrohung. Nicht jedes Virus ist jedoch gefährlich für den Menschen. So können Viren auch zu  krebsbekämpfenden, onkolytischen (= krebsauflösenden) Viren umfunktioniert werden:   Um Viren gezielt auf den Kampf gegen Krebszellen umzufunktionieren, müssen ihnen gentechnisch Informationen eingebaut werden, mit deren Hilfe sie Tumorzellen erkennen können. Das Virus infiziert die Tumorzelle und beginnt, sich dort zu vermehren. Unter der Last der neu entstehenden Viren "zerfällt" die Tumorzelle, und die frei werdenden Viren befallen weitere, umliegende Krebszellen. Das Virus ist jedoch nicht fähig, sich in „normalen" Körperzellen zu vermehren, diese bleiben daher unbeeinträchtigt. Aufgrund der Virusinfektion wird außerdem das körpereigene Immunsystem auf die Tumorzellen aufmerksam. Mit Antikörpern und Effektorzellen kann es die Tumorzerstörung weiter vorantreiben. In unsren Studien testen wir die therapeutischen Wirkungen eines onkolytischen Adenovirus (Ad-DELO3RGD). Ad DELO3RGD vermehrt sich ausschließlich in chemotherapie-resistenten Glioblastomzellen und Gliom-Stammzellenund tötet nach Infektion und aufgrund der Virusvermehrung diese Zellen ab. Nicht-Tumorzellen werden zwar infiziert, aber das Virus wird dort nicht vermehrt und die Zellen überleben. Ein weiterer Effekt der Virusinfektion ist die Sensibilisierung infizierter Tumorzellen hinsichtlich einer Chemotherapie. Die Bewaffnung des Virus mit einem Gen, welches ein zelluläres Reparaturenzym ausschaltet, führt zu einer weiteren Sensibilisierung hinsichtlich Chemotherapie in Zellkulturen. Behandlung von Glioblastom-tragenden Mäusen mit Ad-DELO3RGD führte zu einer signifikanten Verlängerung des Überlebens im Vergleich zur konventionellen Chemotherapie.  Es handelt sich um ein gemeinsames Verbundprojekt mit Arbeitsgruppen der TU München (Klinikum Rechts der Isar), der Charite Berlin.(Institut für Pathologie) und XVir Therapeutics, München..



Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung

(Ansprechpartner: Dr. U. Naumann, Prof. Dr. M. Weller, Zürich)