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Immunotherapie mit Mistelextrakten

Glioblastome sind hirneigene Tumoren, die trotz multimodaler Therapie im Median innerhalb eines Jahres zum Tod der betroffenen Patienten führen. Biologische Charakteristika des Glioblastoms sind die massive Invasion und Migration der Gliomzellen in das gesunde Hinrparenchym, eine verstärkte Neoangiogenese und insbesondere die tumorinduzierte Bildung eines immunsuppressiven Milieus im Tumor. TGF-β ist wesentlich an der Hemmung einer effektiven Immunantwort gegen Gliome beteiligt 2006), da es die Proliferation und Differenzierung von T-Zellen hemmt. Desweiteren wird die Funktion Natürlicher Killer-(NK)-Zellen durch TGF-β beeinflusst. NK-Zellen erkennen und zerstören Tumorzellen ohne vorherige Immunisierung oder Detektion tumorspezifischer Antigene. Dabei sind aktivierende Rezeptoren wie NKG2D von entscheidender Bedeutung. NKG2D wird durch TGF-β herabreguliert, wodurch NK-Zellen ihre lytische Aktivität verlieren. TGF-β wirkt dem NKG2D-System auch dadurch entgegen, dass es auf Gliomzellen die Expression der NKG2D-Liganden MICA und ULBP2 hemmt (Eisele et al., 2006).

ISCADOR®, ein in der Tumortherapie verwendetes Peptid, isoliert aus Extrakten der europäischen oder koreanischen Mistel (Viscum album), führt hingegen zur Aktivierung von NK-Zellen, zur Reduktion der Metastasierung und zur Verlängerung des medianen Überlebens im Nacktmausmodell.

Wir konnten zeigen, dass, neben der immunstimulierenden Wirkung von ISCADOR, die Behandlung von Gliomzellen mit Mistelextrakten zur Verminderung der Tumorzellmigration führte. Weiter Untersuchungen im Mausmodell werden zeigen, ob die Behandlung der Tumormäuse mit ISACDOR einen positiven Einfluss auf die Tumorreduktion und damit auf das Überleben der Tiere hat.

Förderung: Hans Sauer-Stiftung

(Ansprechpartner: Dr. U. Naumann)