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Abteilungsporträt

Die Abteilung für Neurologie mit Schwerpunkt Epileptologie geht Dank einer weiteren Unterstützung der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung aus der bisherigen Abteilung Allgemeine Neurologie hervor und nimmt am 1. November 2009 offiziell Ihre Arbeit auf. Die Abteilung vertritt zum einen speziell das Spektrum anfallsartiger Erkrankungen in der Neurologie von der molekularen Grundlagenforschung und klinisch angewandten Forschung über eine umfassende Diagnostik bis hin zur Therapie, und ist zum anderen als Teil des Zentrums für Neurologie gemeinsam mit den anderen neurologischen Abteilungen für die Maximalversorgung aller neurologischen Patienten am Universitätsklinikum Tübingen zuständig.

Forschungsschwerpunkte der Abteilung sind die Genetik und Pathophysiologie erblicher Epilepsiesyndrome und verwandter neurologischer Erkrankungen, die damit eng zusammenhängende Erregbarkeit von Nervenzellen sowie die Funktion, Expression und Pharmakologie von Ionenkanälen und -transportern. Letztere sind Membranmoleküle, die die neuronale Erregbarkeit steuern. Daneben beschäftigt sich die Abteilung mit der Bildgebung und klinischen Elektrophysiologie des Gehirns bei Epilepsien und anderen ausgewählten Erkrankungen, wobei es sowohl um strukturelle (z.B. die Detektion von epileptogenen Läsionen) als auch um funktionelle Aspekte (z.B. von Gedächtnisprozessen) geht.

In Bezug auf den Schwerpunkt Epileptologie wird das gesamte Spektrum der modernen Diagnostik und Therapie angeboten. Ambulant werden Patienten im Rahmen einer Spezialambulanz versorgt und insbesondere in therapieschwierigen Fällen oder bei spezifischen Fragen, wie bei Schwangerschaft und Epilepsie, beraten und gemeinsam mit den betreuenden niedergelassenen Kollegen behandelt. Im Rahmen eines Studienzentrums werden Therapiestudien angeboten, um neue Therapiemöglichkeiten zu erforschen. Stationär werden Patienten mit akuten Anfällen und Status epilepticus primär versorgt. Schwierige Fälle werden im Rahmen einer epileptologischen Komplexbehandlung elektiv länger stationär behandelt. In Kooperation mit der Neurochirugie wird eine Video-EEG-Monitoring Einheit betrieben, in der bei Patienten gleichzeitig und kontinuierlich ein Video und die Hirnströme aufgezeichnet werden. Sie wird für die Differentialdiagnose von Anfallserkrankungen und zur prächirurgischen Epilepsiediagnostik eingesetzt. Die Epilepsiechirurgie ist eine sehr effektive Behandlungsoption für Patienten, die nicht ausreichend auf Medikamente ansprechen.

Allgemein-neurologische Patienten werden nach dem aktuellen internationalen Stand der Diagnostik und Therapie versorgt. Für die ambulante und stationäre Versorgung steht ein Team aus Pflegefachkräften, Therapeuten und Ärzten zur Verfügung. Die Abteilung ist in die medizinische und neurowissenschaftliche Ausbildung an der Universität Tübingen eingebunden und bietet für Studenten und Fachkräfte ein umfangreiches Angebot an Lehrveranstaltungen.