Neuro-Vestibuläre Diagnostik

Neuro-Vestibular Diagnostics

 

The complaint of dizziness is highly prevalent but remains often an enigma to the physician in daily practice. Serious diseases potentially accompanied by dizziness like stroke, multiple sclerosis or brain tumors can easily be identified by brain imaging or other standard neurological techniques without the necessity to understand how dizziness evolves. The treatment of the underlying disease mostly relieves dizziness. The majority of patients suffering from dizziness, however, do not have an observable lesion... mehr Info

Ambulanz
Diagnostik
Therapie

Schwindelambulanz des Zentrums für Neurologie der Universitätsklinik Tübingen

 

Die Schwindelambulanz wurde Mitte 2002 ins Leben gerufen und dient der weiterführenden Diagnostik, Evaluation, Verlaufskontrolle und Behandlung von Patienten mit akuten oder chronischen Schwindelbeschwerden infolge peripher-vestibulärer und zentralnervöser Erkrankungen.

Terminvereinbarung, Ansprechpartner und weiterer Informationen auf den Seiten der Schwindelambulanz der Neurologischen Universitätsklinik Tübingen

Diagnostik

 

Im Vordergrund der diagnostischen Einschätzung von Schwindelbeschwerden steht das ausführliche Gespräch zwischen Patient und Arzt, bei dem es darum geht, die Beschwerden in ihrer Art und in ihrem zeitlichen Verlauf möglichst genau nachzuvollziehen. Basierend darauf lässt sich meist bereits eine erste Einordnung der Symptome vornehmen, die den weiteren diagnostischen Ablauf bestimmt. Neben der körperlichen Untersuchung kommen hierbei apparative Methoden wie die Elektronystagmographie, die Bestimmung der subjektiven visuellen Vertikalen, vestibuläre evozierte myogene Potentiale und hochauflösende Methoden wie die Videookulographie und die Search-Coil-Technik zum Einsatz. Das Ziel dieser diagnostischen Methoden besteht darin, messbare Störungen im Gleichgewichtsorgan, im Gleichgewichtsnerven, in der Verarbeitung gleichgewichtsbezogener Informationen im Gehirn und Störungen von Augenbewegungen nachzuweisen bzw. auszuschließen.

Im günstigen Fall lässt sich daraus das Krankheitsbild eindeutig festlegen. Es kommt jedoch immer wieder vor, dass es bei Patienten mit chronischen Schwindelbeschwerden nicht gelingt, eine exakte, allseits anerkannte Diagnose zu stellen. In diesen Fällen versuchen wir, mögliche Diagnosen gegeneinander abzuwägen und letztlich, unter Berücksichtigung des individuellen Leidensdrucks, ein daran orientiertes therapeutisches Vorgehen abzuleiten.

Man mag sich fragen, warum es in den 2010er Jahren noch immer so schwierig ist, Schwindelbeschwerden diagnostisch richtig einzuordnen. Das hat vor allem damit zu tun, dass die zugrunde liegenden Mechanismen nicht im vollen Umfang verstanden sind. So ist es nach wie vor eine unbeantwortete Frage, wie es das Gehirn eigentlich schafft, dass wir normalerweise ein Gefühl der Stabilität erleben, wir uns selbst in unserer Umgebung sicher fühlen, obwohl pausenlos Augen-, Kopf- und Körperbewegungen gemacht werden, die fälschlicherweise als Bewegung der Umgebung angesehen werden könnten.

Mit der Motivation, diese Mechanismen besser zu verstehen und für die Diagnostik und Therapie anwendbar zu machen, betreiben wir in der Abteilung Kognitive Neurologie seit vielen Jahren eine Forschung, die grundlegende Arbeiten in nicht-humanen Primaten mit klinisch orientierten Studien an gesunden Versuchspersonen und Patienten kombiniert. Wir möchten dabei betonen, dass wir ohne eine fundierte, tierphysiologische Forschung keine Chance sehen, die dem Schwindel zugrunde liegenden Krankheitsmechanismen richtig zu verstehen und letzten Endes zielgerichtete Therapien zu entwickeln.

Therapie

 

Die therapeutischen Möglichkeiten lassen sich in zwei Kategorien einteilen. Sofern es möglich ist, Schwindelbeschwerden einer Erkrankung zuzuordnen, können die für diese Krankheit vorhandenen, spezifischen Therapien eingesetzt werden. Dabei kommen physiotherapeutische Manöver, Medikamente, radiologische Interventionen und in Einzelfällen eine Operation zur Anwendung. Häufig kurieren die Medikamente nur die Symptome einer Erkrankung, so dass die Entscheidung für eine Medikamenteneinnahme gegenüber dem individuellen Leidensdruck abzuwägen ist, was wir versuchen durch ein ausführliches Gespräch sicherzustellen.

Die zweite therapeutische Kategorie zielt auf den Umgang mit dem Schwindel. Unserer Erfahrung nach empfinden viele Patienten es bereits als hilfreich, bezüglich ihrer Schwindelbeschwerden ernst genommen zu werden, den, soweit verfügbar, zugrunde liegenden Mechanismus zu verstehen und auf diese Weise besser mit den Schwindelbeschwerden umgehen zu können. Bei chronifiziertem Schwindel haben sich nicht selten, angesichts der mit Schwindel verbundenen Unsicherheiten völlig nachvollziehbare, Verhaltensweisen entwickelt, die meist, von außen betrachtet, unangemessen erscheinen, so dass sich daraus unmittelbare Handlungsempfehlungen ergeben, die oft zu einer Verbesserung der Beschwerden führen.

Terminvereinbarung, Ansprechpartner und weiterer Informationen auf den Seiten der Schwindelambulanz der Neurologischen Universitätsklinik Tübingen

Ansprechpartner
Dr. Jörn Pomper joern.pomper(at)uni-tuebingen.de Anschrift

Zentrum für Neurologie
Hertie-Institut für klinische Hirnforschung
Abteilung Kognitive Neurologie

Otfried-Müller-Straße 27
72076 Tübingen

Tel.: +49 (0)7071 29-80469